Was tun gegen Liebeskummer?

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Um es gleich vorweg zu sagen: Gegen Liebeskummer gibt es kein Allheilmittel, keinen Königsweg. Es gibt kein Wunderrezept, dein gebrochenes Herz zu heilen. Leider Gottes ist das so.

Trotzdem kannst du allerhand gegen Liebeskummer tun.

Aber zunächst musst du hinschauen. Und dir die allerwichtigste Frage stellen:

Was ist passiert? Weshalb fragst DU dich, was du gegen Liebeskummer tun kannst?

  • Kriegst du nicht den Mann, den du haben willst?
  • Sehnst du dich nach mehr Nähe und Intimität mit deinem Partner? Nach mehr Verständnis, nach mehr Sinnlichkeit und Sex?
  • Tut er Dinge, die dir nicht passen? Hängt er vielleicht zu viel mit seinen Kumpels herum, macht deiner besten Freundin schöne Augen oder geht mit seiner Nachbarin ins Bett?
  • Hat er dir gerade eine SMS geschickt, dass es aus ist zwischen euch?
  • Quälst du dich schon seit Monaten mit dem verdammten Liebeskummer herum und kommst emotional einfach nicht mehr auf die Füße?

Liebeskummer ist nicht gleich Liebeskummer

Also, was ist passiert?
Das ist enorm wichtig. Weil es entscheidenden Einfluss auf das hat, was du gegen Liebeskummer tun kannst. Und was du auf alle Fälle vermeiden musst.
Du bist ein NOTFALL…

Wenn dir der Mann deines Herzens gerade „adieu“ gesagt hat, wenn er sich gerade aus deinem Leben verabschiedet hat, dann bist du ein NOTFALL. Dann brauchst du akute Hilfe. Weil du dich aufgerissen fühlst, weil alles weh tut, weil sich alles wie in Schutt und Asche gelegt anfühlt, mit Füßen getreten.

Verzweifelt.
Verloren.
Verraten.

Rufe deine beste Freundin an. Oder noch besser: Treffe dich mit ihr, hole dir Beistand. Platze heraus mit all deinem Schmerz, deiner Trauer, deiner Wut. Halte nichts zurück, nimm dir den Raum und die Freiheit dazu. Lass diese emotionalen Wallungen raus aus deinem Herzen, deinem Bauch, deinem Kopf.

Wozu hast du diese beste Freundin wenn nicht genau dafür?

Heule, was das Zeug hält!

Sofern du gesund bist, kannst du die nächste Welle an Schmerz und Liebeskummer noch intensiver reiten: Igele dich in deinem Zimmer ein, schnappe dir irgendeinen Liebesfilm-Schinken, gib dir so richtig die volle Romantik-Dröhnung – und heule, was das Zeug hält!

Geh voll rein in dieses emotionale Chaos, lasse es zu! Sei bloß nicht schüchtern oder vorsichtig und schon gar nicht spirituell.

Höre auf, gegen diese Gefühle zu kämpfen, höre auf, sie nicht haben zu wollen.
Tauche durch sie hindurch.

Dieser Mann ist WEG!
Das tut WEH!
Und das will GEFÜHLT WERDEN!

Zwei, drei oder vier Mal kannst du das so machen. In den ersten Tagen nach der Trennung, in den ersten zwei, vielleicht drei Wochen. Dann musst du damit aufhören. Unbedingt! Sonst gewöhnst du dich zu sehr ans Jammern und Klagen und ans Selbstbemitleiden. Das kennst du bestimmt von anderen, das hast du garantiert schon mal bei irgendjemandem beobachtet. Stimmt´s?
Wirkungsvolle Sofort-Maßnahmen

Hier kommt eine unbequeme Nachricht:

Gegen deinen Liebeskummer brauchst du jetzt Disziplin!

Weil nämlich … Bewegung hilft. Ja, schlicht und einfach: dich bewegen. Körperlich. Es bringt deine Gedanken und deine Empfindungen auf Trab, wenn du deinen Körper auf Trab bringst. Du atmest mehr und (hoffentlich) tiefer, du holst dir mehr Sauerstoff ins Blut, du tust – ganz auf der physischen Ebene – deinem Herzen Gutes. Das führt zu:

Raus aus der Schockstarre!
Raus aus dem Sumpf und hinein in die Energie!

„E-Motion comes from Motion“, hat mal ein amerikanischer Managementtrainer geschrieben. Das stimmt, Emotion hat unglaublich viel mit Bewegung zu tun. Du musst:

Den Ort verändern.
Schwung aufnehmen.
Ungewohnte Strömungen austesten.
Du könntest einfach…

  • … in strammen Schritten drei Mal um den Häuserblock marschieren
  • … eine Techno-CD (oder irgendeine andere Abgeh-Mucke) schnappen und eine halbe Stunde abtanzen
  • … deinem Fahrrad mal wieder beweisen, zu was es in der Lage ist
  • … oder deinen Nordic-Walking-Stöcken.

Du könntest auch…

  • … deine Trainingsklamotten packen und das nächste Fitness-Studio entern
  • … oder das nächste Schwimm- oder Hallenbad. Oder du machst einfach…
  • … ein paar Dutzend Klimmzüge, Kniebeugen oder Liegestütz.
  • … und so weiter und so fort

Dir ist natürlich längst klar, was dir diese Liste sagen soll. Wie erwähnt, du brauchst ein gewisses Maß an Disziplin und Entschlossenheit dafür. Denn du musst den Hintern hochkriegen, du musst deine KOMFORTZONE verlassen. Auch wenn sie sich gerade überhaupt nicht nach Komfort anfühlt. Und das heißt was, das kannst du mir glauben.

Wenn du schon länger unter Liebeskummer leidest

Wenn dich der Liebeskummer schon zwei oder mehr Monate peinigt, wenn du seit so langer Zeit leidest, dann brauchst du andere Hilfe und Unterstützung. Dann sind andere Strategien angesagt, um dein Leben wieder stabil zu machen, freudvoll, lebendig. Zumal dann auch die beste Freundin zu diesem Thema nicht mehr mit dir telefonieren will.
Achtung: Wenn du so lange leidest, dann ist es nicht mehr Liebeskummer. Dann ist eine andere Wunde in dir aufgerissen, vermutlich die Verlassenheitswunde. Das ist jene Verletzung, die wir – stärker oder schwächer ausgeprägt – alle in uns tragen. Weil wir als kleine Kinder vollständig abhängig waren und es in unserem Erleben um Tod oder Leben ging, selbst wenn die Mama nur aus dem Zimmer gegangen ist. (Krishnananda Trobe hat dazu mit „Liebe ist (k)ein Kinderspiel“* ein bemerkenswertes Buch geschrieben, das ich dir sehr ans Herz lege.)

Liebeskummer und die Monster aus deiner Vergangenheit

Okay, du nennst es vielleicht Liebeskummer, was dich so lange Zeit quält. Das ist es aber nicht (mehr), es geht um tiefere Wunden. Das Erlebnis der aktuellen Trennung berührt irgendetwas aus deiner Vergangenheit, eine schmerzhafte und noch nicht bewältigte Erfahrung, und es lässt dieses schmerzvolle Empfinden wieder und wieder auferstehen.

Dann bist du gut beraten, deine Rückkehr in ein kraftvolles Leben systematischer anzugehen (damit du nicht mit einer Flasche Rotwein im Blut heulend vor einem Liebesfilm untergehst). Diese systematischere und substanziellere Herangehensweise muss nicht zwangsläufig eine Psychotherapie sein – kann es aber! –, möglicherweise tun es auch ein paar Wochen Begleitung durch einen Coach. Oder einige klug ausgewählte Workshops.

Tipps findest du in meinem Buch „Ich liebe dich gerade – Erwachsen werden in Liebesdingen“*. Es schenkt dir eine Übersicht über eine ganze Reihe lohnender Ansätze und Methoden, die ich ausprobiert habe und für geeignet halte, den hinterm Liebeskummer versteckten hartnäckigen Themen behutsam beizukommen.

Der vielleicht wichtigste Hinweis:

Nimm die Macht zu dir zurück!
Das bedeutet: Hol dir dein Leben zurück, halte DU die Fäden wieder in der Hand.

Wie?

Indem du einen Strich ziehst, eure gemeinsame Geschichte bewusst beendest – und den Abschied gestaltest.

Gib dem, was war, eine würdige Feier, einen kleinen, feinen, würdevollen Festakt – nur für dich alleine.

Gönne und gestalte dir ein Trennungs-Ritual. Hier findest du eine einfache und hilfreiche Anleitung für “Ein einfaches, wirkungsvolles Trennungsritual

Es hilft dir, den Abhängigkeits-Knoten zu lockern oder ganz zu lösen.

Und es schenkt dir einen Ort, wo du hin kannst zum trauern, wenn dich eine weitere Schmerzwelle zu überfluten droht.

Sei dir das wert!

Von Robert Heeß
Berater und Coach www.mann-frau.de

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