Unnahbarkeit steigert nicht immer die eigene Attraktivität

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Unnahbarkeit: Wann die „Ich bin schwer zu bekommen“-Strategie die eigene Anziehungskraft steigert – und wann sie das Gegenteil bewirkt

Der Männerwelt das Gefühl zu geben, dass Du als Frau „schwer zu bekommen“ bist, kann Deine eigene Attraktivität und das Begehren der Männer steigern. Aber mit Unnahbarkeit erreichen Frauen auch oft genau das Gegenteil und schrecken Männer ab.

Wann es sinnvoll ist, sich unnahbar zu zeigen und wann es besser ist, zugänglich und offen zu sein

Die Welt der Flirt-, Dating- und Beziehungs-Ratgeber sind sich darüber einig, dass Unnahbarkeit und „sich rar machen“ einen positiven Effekt auf die eigene Anziehungskraft haben. Es gibt viele wissenschaftliche Forschungsergebnisse, die das bestätigen. Zurückhaltung und der Wechsel zwischen den Signalen „vielleicht will ich Dich“ und „vielleicht will ich Dich nicht“ kann die eigene Anziehungskraft und das Begehren des anderen Geschlechts steigern, in manchen Fällen jedoch auch das Gegenteil bewirken.

Ein Forscherteam ist der Frage auf den Grund gegangen, ob und wann das Vortäuschen von Unnahbarkeit, also das „schwer, zu bekommen“, die eigene Anziehungskraft und das Begehrt werden vom anderen Geschlecht wirklich steigert.

Sie stellten die Theorie auf, dass Unnahbarkeit unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Emotionen hat. Die eigene Unnahbarkeit kann das Verlangen des anderen steigern, gleichzeitig aber die Sympathie und die positiven Gefühle für einen Menschen reduzieren.

Die Forscher kamen auch zum Ergebnis, dass das Vortäuschen von Unnahbarkeit nur unter ganz bestimmten Bedingungen funktionieren kann. Zum Beispiel, wenn die Personen bereits miteinander vertraut sind und sich emotional in die Beziehung eingebracht haben. Wenn also eine Person nicht bereits ein gewisses Interesse hat, wird sie kein gesteigertes Begehren entwickeln, wenn sie mit Unnahbarkeit konfrontiert wird. Folglich wird der Mann durch die Unnahbarkeit dann auch nicht mehr um jemanden werben oder eine Frau dadurch mehr begehren.

Das Unnahbarkeits-Experiment

Um die Hypothesen der Forscher zu testen, führten sie zwei Experimente durch:

In einem Experiment baten die Forscher männliche Studenten einer Universität in Hong Kong darum, eine fiktive Dating-Geschichte zu lesen. In einem zweiten Experiment trafen die Studenten echte Frauen in einem Speed-Dating-Setup.

Die Frauen aus der fiktiven Geschichte und in den realen Speed-Dates verhielten sich entweder positiv interessiert („leicht zu bekommen“) oder sie verhielten sich passiv und unnahbar („schwer zu bekommen“).

Zusätzlich gab es im Speed-Dating-Experiment männliche Teilnehmer, die sich ihre Speed-Dating-Partnerin vorher aussuchen konnten und somit schon zu Beginn des Speed-Datings ein gewisses Interesse an der Dating-Partnerin hatten. Ergänzend gab es eine weitere Gruppe von Teilnehmern, denen die Frauen zufällig zugewiesen wurden.

Die Ergebnisse dieser Experimente gaben ein paar interessante Einblicke, welche Auswirkung Unnahbarkeit auf diese Männer hatte.

Die „leicht zu bekommen“- und „schwer zu bekommen“-Strategien der Frauen hatten gegensätzliche Effekte auf die Emotionen der Männer

Frauen, die sich einbrachten und interessiert auf ihren Dating-Partner eingingen („leicht zu bekommen“), wurden von den Männern positiver und sympathischer empfunden.

Die Frauen, die sich in den Dates eher passiv unnahbar („schwer zu bekommen“) verhielten, erzeugten bei den Männern mehr Interesse und erschienen begehrenswerter.

Daraus konnte man schließen, dass die Auswirkungen der „leicht zu bekommen“-Strategie, die dazu führte, dass die Frauen als sympathischer empfunden wurden, sich stark von den Auswirkungen der „schwer zu bekommen“-Strategie unterscheidet, die wiederum dazu führte, dass die Frauen als begehrenswerter empfunden wurden.

Diese nämlich wurden von den männlichen Teilnehmern eher für ein weiteres Date oder eine potenzielle Beziehung gewählt.

Aber: Die „schwer zu bekommen“-Strategie funktioniert nur, wenn jemand bereits zumindest ein wenig Interesse an einem hat

Die männlichen Teilnehmer, die sich ihre Speed-Dating-Partnerin vorher aussuchen konnten (bereits vorhandenes Interesse), empfanden die „schwer zu bekommenden“ Frauen als begehrenswerter. Im Gegensatz dazu fanden die Teilnehmer, denen die Frauen zufällig zugewiesen wurden (ohne vorausgehendes Interesse), die „leicht zu bekommenden“ Frauen begehrenswerter.

Die Unnahbarkeit der Frauen verstärkte also ein bereits vorhandenes Interesse bzw. Begehren. Jedoch konnte Unnahbarkeit kein Interesse oder Verlangen aus dem Nichts heraus erzeugen.

Was bedeutet das für Dich?

Die Studie zeigt, dass Unnahbarkeit eine sehr nützliche Strategie ist – aber nur unter den richtigen Bedingungen.

Kurz gesagt: „Schwer zu bekommen“, funktioniert nur, wenn der potenzielle Partner bereits Interesse an Dir hat und Dich als attraktiv und sympathisch empfindet. Aber diese Strategie funktioniert nicht, wenn der Mann noch keine Leidenschaft für Dich entwickelt hat.

Ist es der Fall, dass der Mann grundsätzlich ein anfängliches Interesse an Dir hat, solltest Du es ihm am Anfang nicht zu einfach machen, Dich „zu bekommen“. Das steigert in seinen Augen Deinen Wert als potenzielle Partnerin und so motivierst Du den Mann, sich mehr um Dich zu bemühen. Wenn man Menschen verweigert was sie wollen – auch wenn man es ihnen nur ein kleines bisschen schwerer macht – tendieren Menschen dazu, es noch mehr zu wollen!

Wenn der Mann jedoch völlig fremd ist bzw. kein vorausgehendes Grundinteresse an Dir hat und er bisher keine Emotionen für Dich entwickelt hat, kann die „schwer zu bekommen“-Strategie nach hinten losgehen. In diesem Fall ist es so, als würde man jemanden für etwas arbeiten lassen, dass er (noch) gar nicht haben möchte. Deshalb ist es hier besser, offen, unkompliziert und charmant auf den Mann zu- und einzugehen. Das steigert Sympathie, Anziehung und Zuneigung zu Dir.

So steigerst Du sein Interesse an Dir und sein Engagement für Dich:

  • die eigene körperliche und psychische Attraktivität erhöhen
  • selbstbewusst und entspannt kommunizieren
  • „versehentliche“ leichte Berührungen
  • „Belohnen“ von positivem Verhalten des Mannes dir gegenüber
  • stelle sicher, dass der Mann Zeit, Mittel und Aufwand in Dich investiert, bzw. sich anstrengt

Wenn Interesse und Engagement beim Mann dann geweckt sind, bringt eine wohl dosierte Portion „schwer zu bekommen“ einen schönen Attraktivitäts-Schub und steigert sein Begehren nach dir. Das Zauberwort heißt hier: „wohl dosiert“! Um die richtige Dosis abzuschätzen, bedarf es ein wenig Erfahrung. Aber mit der Zeit wirst Du ein Gespür dafür entwickeln.

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