Faszination Bad Boy – und warum er mit der Zeit uninteressant wird

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Der „Bad Boy“ – rebellisch, unangepasst, aufrührerisch und am Ende bekommt er immer die schönsten Mädchen. Was ist dran an der Faszination für Bad Boys? Sind Sie wirklich so interessant für viele Frauen? Oder ist am Ende alles nur ein Hollywood Klischee?

Der Klassiker: sie die Unschuld vom Lande, er rebellisch und draufgängerisch. Oder andersherum: Bad Girl und Mr. Nice Guy. Sie zickig und unhöflich, er lieber netter Kerl, die Freunde entsetzt: Wie kann er denn jetzt mit so einer ankommen? Das Umfeld reagiert irritiert, kann so gar nicht verstehen, was die beiden aneinander finden. Doch mit ein bisschen psychologischem Hintergrundwissen ist dieses Muster leichter zu verstehen.

Warum ein Bad Boy so anziehend auf einige Frauen wirkt hat unter anderem folgende Gründe:

Ein Bad Boy scheint ein starkes Selbstbewusstsein zu besitzen

Wir alle wollen einzigartig sein, etwas Besonderes. Doch viel zu oft hindern uns die gesellschaftlichen Normen daran das tatsächlich auch auszuleben. Ein Bad Boy unterscheidet sich von dem Rest der Bevölkerung vor allem darin, dass er ein starkes Selbstbewusstsein zu haben scheint, ein sicheres Auftreten zeigt und sich nichts gefallen lässt. Nettes, freundliches Verhalten wird dagegen oft mit dem Gegenteil, nämlich kein Rückgrat haben, gleichgesetzt.

Selbstliebe ist die größte Liebe des Bad Boy

Ein Bad Boy liebt vorrangig erst einmal sich selbst. Den meisten Menschen wurde Selbstliebe aber schon im Kindesalter aberzogen und eine ganze Menge von Komplexen eingeredet. Ein Mensch, der ganz offen zu sich selbst steht, sich nicht klein macht und der auch noch mit seinen Schwächen kokettiert, wirkt anziehend. Besonders auf jene, die selbst einen großen Mangel in diesem Bereich haben. Anderseits kann er es genießen, einmal nicht anzuecken, sondern angenommen zu werden, wie er ist. Das ist ein Grund, warum gerade das liebe, nette Mädchen von nebenan für einen Bad Boy angenehm ist. Er muss sich nicht beweisen und kann sich bei ihr entspannen.

Unangepasst sein macht ihn interessant

In unserer Gesellschaft wird noch immer stereotypes Verhalten belohnt. Bad Boys und Girls stechen daher besonders dadurch hervor, dass sie tun, was ihnen Spaß macht, sie fragen nicht um Erlaubnis. Sie denken auch nicht darüber nach, ob sie dafür vielleicht zu dick oder zu dumm sind, sie tun es einfach! Dies löst neben Faszination auch Neid aus, ist aber vor allen Dingen eines: interessant.

Unabhängigkeit

Die Unabhängigkeit des Bad Boys macht auch Dich als seine Partnerin frei. Er wird sich nicht verantwortlich fühlen, das birgt die Chance, selbstverantwortlich und gleichberechtigt miteinander zu leben. Solange es nicht in Egoismus ausartet.

Den widerspenstigen zähmen

Hier spielt der Reiz des Unerreichbaren durchaus eine Rolle. Einen solch unabhängigen Geist zu zähmen und dauerhaft an sich zu binden, gleicht einer Trophäe. Dies übt auf viele Menschen einen geradezu unwiderstehlichen Reiz aus. Zudem ist es unendlich aufregend all die verbotenen Dinge aus nächster Nähe mitzuerleben ohne sie gleich alle selbst tun zu müssen.

Psychologische Ursachen für diese Anziehungskraft

Mangelndes Selbstbewusstsein und oft ein schon in der Kindheit gelegter Mangel an Selbstliebe lassen uns vielfach mit dem Gefühl, nicht zu genügen, zurück. Wir lechzen nach Selbstsicherheit und suchen uns dann besonders selbstsichere Partner aus. Dadurch gleicht er das bei uns empfundene Manko stellvertretend aus.

Geschlechtsspezifische Konditionierung

Medien und unser soziales Umfeld konditionieren uns schon von frühster Kindheit an auf die Rollen die wir einmal ausfüllen sollen. Stark vereinfacht gesagt werden Jungen dazu erzogen tolle Superhelden sein zu wollen, während Mädchen hübsch, lieb und fürsorglich zu sein haben und allen zu gefallen. Alles was von diesem typischen Rollenverständnis abweicht ist nun einmal aufregend, weil es andersartig und deshalb so unwiderstehlich interessant ist – besonders für Teens und Twens.

Bad Boys und das Älterwerden…

Da mit den Jahren das Selbstbewusstsein bei vielen ohnehin steigt, sei es durch beruflichen Erfolg oder schlicht durch größere Selbstannahme, werden alternde Bad Boys eher als albern empfunden. Beim Gros der Bevölkerung lässt der Drang zu rebellieren oder sich als Außenseiter zu geben so ab dem dreißigsten Lebensjahr stark nach. Bei den Frauen sieht es leicht anders aus. Da Frauen noch immer wesentlich stärker an gesellschaftliche Verhaltensnormen angepasst sind, wirken auch manche ältere Bad Girls, jenseits der 30 oder 40, durchaus noch interessant, da sie sich von der grauen Masse abheben.

Die Faszination beruht bei dieser Konstellation also letztendlich darauf, dass Selbstbewusstsein schlicht sexy ist. Insbesondere, wenn man selbst wenig Selbstbewusstsein mitbringt. Umgekehrt gefällt es dem Bad Boy angehimmelt zu werden. Hinzu kommen die Faszination des Verbotenen und des Unerreichbaren, die diese verruchten Gestalten stets mit sich bringen. Mit fortschreitendem Alter lässt die Anziehungskraft dieses Stereotypen jedoch nach; dann rücken allmählich andere Prioritäten wie Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit in den Vordergrund. Bedürfnisse eines Erwachsenenlebens, für die Bad Boys alles andere als berühmt sind.

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