Augenkontakt: Der Unterschied zwischen den Geschlechtern

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Augenkontakt: Zwischen den Geschlechtern gibt es vor allem bei der Körpersprache der Augen große Unterschiede. Kaum jemand weiß, dass sie bei Frauen und Männern komplett anders funktioniert.

Das liegt daran, dass wir die Welt nur mit unseren eigenen Augen sehen. Es fällt uns auf den ersten Blick nicht auf, dass der Partner eine andere Wahrnehmung hat. Die Unterschiede zeigen sich schon in der frühen Kindheit. Mädchen suchen bereits im Säuglingsalter den Blickkontakt zu anderen Kindern. Kleine Jungen betrachten lieber Geräte wie ein unbelebtes Handy. Problematisch werden die Differenzen bei Beziehungen.

Frauen suchen intensiven Augenkontakt – Männer vermeiden häufig Augenkontakt

„Schau mir in die Augen, Kleines!“: So lauteten in der berühmten Abschiedsszene von „Casablanca“ die Worte von Humphrey Bogart an Ingrid Bergman. Diese legendäre Szene hat in Wahrheit nur wenig mit der Realität zu tun. Es sind nicht Männer, sondern Frauen, die intensiven Augenkontakte suchen und ihn als Prüfstein für eine authentische Kommunikation ansehen.

Männer vermeiden bei emotionalen Situationen sogar Blickkontakte, etwa bei der Liebeserklärung oder einem Geständnis. Ihnen sind Gefühle eher peinlich. Sie müssen sich dazu überwinden. Aber warum ist das so?

Forschungen ergaben, dass Gefühlsäußerungen bei Männern denselben Teil des Gehirns aktivieren, der bei ihnen auch Schmerzen registriert. Daher sind sie ihnen unangenehm.

Frauen möchten ihnen jedoch am liebsten von den Augen ablesen, ob sie bei emotionalen Bekenntnissen die Wahrheit sagen. Tatsächlich kann der Blick vieles verraten. So lässt sich ein echtes Lächeln wegen einer Augenverengung sowie den Falten, den so genannten Krähenfüßen, um die Augen von einem gespielten Lächeln unterscheiden. Augenkontakte können aber auch ein Mittel von geübten Betrügern sein.

Ob Augenkontakt nun ein zuverlässiges Zeichen für eine gesagte Wahrheit ist oder nicht. Für Frauen bleibt Augenkontakt immer ein wichtiges Zeichen für Vertrautheit und wortlose Verständigung mit dem Partner.

Männer empfinden intensiven Augenkontakt als dominierende Geste

Männer sehen intensiven Augenkontakt eher als Dominanzgebaren und Machtdemonstration an („Was guckst Du so blöd?“). Das kann unter Männern schnell zum Anlass für Streitigkeiten werden. Studien haben gezeigt, dass Frauen, um sich zu verständigen, viel Wert auf Sichtkontakt zu anderen Personen legen. Männer dagegen betrachten ihn eher als eine Art Barriere. Männer und Frauen denken in unterschiedlichen Strukturen.

Die Differenzen zeigen sich früh: Beim Sprechen und beim Suchen sozialer Kontakte sind männliche Kleinkinder langsamer. Auch die Spielstile in der Jugend unterscheiden sich je nach Geschlecht. Frauen neigen zu Sozialisations- und Kommunikationsaufgaben. Augenkontakte helfen ihnen, Kontakte anzubahnen.

Männer sind eher damit beschäftigt, Dinge zu beobachten. Es gibt Fälle, wo Männer sogar in Anwesenheit ihrer Partnerin die Angewohnheit haben, anderen Frauen hinterher zu starren, ohne dass sie darin ein Problem sehen. Sie können das Starren auch als Möglichkeit nutzen, Macht geltend zu machen. Frauen fühlen sich bei längerem Starren dagegen unwohl. Sie brechen Augenkontakte häufiger ab als Männer, sind aber auch eher dazu bereit, mit Blickkontakten zu beginnen.

Augenkontakt bei der Partnerwahl und in der Liebe

Die verschiedenen Muster der Augenkontakte zeigen sich auch bei dem berühmten ersten Blick. Männer achten darauf, ob ihnen eine Frau attraktiv erscheint, bevor sie Blickkontakte suchen. Frauen schauen bei Männern auf das Erscheinungsbild und vermeiden längere Augenkontakte, damit die Blicke nicht als sexuelle Einladung missverstanden werden. Ungehemmte Männerblicke bei attraktiven Frauen sind dagegen keine Seltenheit. Männer empfinden Attraktivität wie eine Aufforderung, Frauen anzustarren statt anzublicken.

Um in einer Beziehung mit den unterschiedlichen Erwartungen an den Augenkontakt umzugehen, sollten wir mit Männern darüber reden. Von ihnen zu erwarten, dass sie ihrer Partnerin etwa bei Erklärungen und Geständnissen in die Augen sehen, ist viel verlangt. Daher ist es sehr wichtig, ehrlich zu sagen wie viel uns der Augenkontakt bedeutet. Männer können sich nur dann darüber bewusst werden, wie sehr Frauen Augenkontakte schätzen, wenn wir es ihnen sagen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede beginnen im Mutterleib und werden durch die kulturelle Sozialisation und Erziehung gefördert, um die Klischees eines „starken stillen Mannes“ und einer „gesprächigen geselligen Frau“ hervorzubringen. Mit diesen Stereotypen zu brechen, ist nicht einfach. Aber es wäre ein lohnendes Ziel, zwischen den Geschlechtern eine Basis zu finden, bei der sich Männer und Frauen leichter gegenseitig in die Augen schauen können.

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3 Kommentare

  1. Interessant finde ich die Ausführungen, dass Männer Augenkontakt als Dominanz enpfinden?
    Nehmen Männer längeren Augenkontakt nicht auch eher als Flirt und weniger als Dominanz war?
    ich habe auf einer anderen Seite gelesen, dass das insbesondere in Verbindung mit die Lippen befeuchten eher als Interesse zu deuten ist.

    Dennoch sehr interessanter und guter Artikel :=)

    • Maenner-Verfuehren.de on

      Längerer Augenkontakt zwischen Männern kann in bestimmten Situationen als dominantes Verhalten interpretiert werden. Das Fixieren des Gegners mit den Augen soll in bestimmten Situationen die Stärke und Überlegenheit dem anderen Mann gegenüber Ausdrücken. Der „Schwächere“ wird den Blickkontakt beenden und seinen Blick in eine andere Richtung wenden. Es ist ein Zeichen von Agressivität und Kampfbereitschaft.

  2. Ich vermeide Augenkontakt und muss mich immer dazu zwingen der Person, die mit mir spricht in gewissen Abständen in die Augen zu sehen. Ich fühle mich unwohl dabei, aber bin eigentlich ein Mädchen, dachte nicht daran dass es zwischen Mädchen und Jungen Unterschiede gibt, aber naja ist ja auch egal.

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